§8.3.4 Kurzschlusskenngrößen von Leistungsschaltern — `I_cu` und `I_cs` EB-ZUSAMMENFASSUNG
💡 Einfach erklären
Dieser Abschnitt legt zwei „Kurzschluss“-Kenngrößen eines Leistungsschalters fest. I_cu ist das Grenzausschaltvermögen: der maximale Kurzschlussstrom, den das Gerät mindestens einmal abschalten kann, wobei es sicher bleibt, aber danach möglicherweise überprüft oder ersetzt werden muss. I_cs ist das Betriebsausschaltvermögen: der Kurzschlussstrom, den das Gerät mehrfach abschalten kann und danach voll funktionsfähig bleibt. Es gilt stets I_cs ≤ I_cu, und der Hersteller gibt I_cs als Prozentsatz von I_cu an (25/50/75/100 %); bei hochwertigen modernen Leistungsschaltern ist I_cs oft = 100 % I_cu. Faustregel für die Auswahl: Der prospektive Kurzschlussstrom am Einbauort darf I_cu nicht überschreiten; wenn die Anlage nach einem Kurzschluss ohne Reparatur weiterbetrieben werden soll (wichtige Anlagenteile), orientieren Sie sich an I_cs. Verwechseln Sie I_cu nicht mit I_cw – letzteres betrifft die Kurzzeitstromfestigkeit für Selektivität, nicht das Ausschaltvermögen.