ElectroBoard
IEC
IEC 60947-2 · Ausgabe 2016+AMD1:2019

§8.3.4 Kurzschlusskenngrößen von Leistungsschaltern — `I_cu` und `I_cs` EB-ZUSAMMENFASSUNG

§8.3.4 legt zwei Kurzschlusskenngrößen eines Niederspannungs-Leistungsschalters fest, die sein Verhalten beim Unterbrechen eines Kurzschlussstroms (Kurzschluss) beschreiben. **`I_cu` (rated ultimate short-circuit breaking capacity)** — der maximale prospektive Kurzschlussstrom, den das Gerät **einmalig** nach der Prüfsequenz O–CO (Öffnen — Schließen-Öffnen) ausschalten kann; nach einer solchen Ausschaltung bleibt das Gerät sicher, aber die volle Betriebstauglichkeit für den weiteren Betrieb ist nicht gewährleistet (kann eine Überprüfung oder einen Austausch erfordern). **`I_cs` (rated service short-circuit breaking capacity)** — der Kurzschlussstrom, den der Schalter **mehrmalig** (mindestens drei Zyklen nach der Prüfsequenz O–CO–CO) unter **Beibehaltung der vollen Betriebstauglichkeit** für den weiteren Betrieb im Nennbetrieb ausschalten kann. Es gilt `I_cs ≤ I_cu`; der Hersteller gibt `I_cs` als Prozentsatz von `I_cu` aus der Standardreihe 25 % / 50 % / 75 % / 100 % an (das genaue Mindestverhältnis hängt von der Kategorie A/B und der Unterklasse §8.3.4.1.2/.1.3 ab). Moderne Qualitäts-MCCB haben in der Regel `I_cs = 100 % × I_cu` — volle Servicefähigkeit. Bei der Auswahl des Geräts darf der prospektive Kurzschlussstrom am Einbauort `I_cu` nicht überschreiten; wenn nach einem möglichen Kurzschluss ein Weiterbetrieb ohne Reparatur erwartet wird (kritische Verteilungsknoten), ist `I_cs` maßgeblich. Der Parameter `I_cu` ist nicht mit `I_cw` nach §4.3.5.2 zu verwechseln — dieser beschreibt die Kurzzeitfestigkeit für die Selektivität der Kategorie B ohne zwingende Ausschaltung.
Zusammenfassung von ElectroBoard zur Planungserleichterung — KEIN normativer IEC-Text. Offizielle Norm IEC 60947-2:2016+AMD1:2019 verfügbar auf webstore.iec.ch →.
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Dieser Abschnitt legt zwei „Kurzschluss“-Kenngrößen eines Leistungsschalters fest. I_cu ist das Grenzausschaltvermögen: der maximale Kurzschlussstrom, den das Gerät mindestens einmal abschalten kann, wobei es sicher bleibt, aber danach möglicherweise überprüft oder ersetzt werden muss. I_cs ist das Betriebsausschaltvermögen: der Kurzschlussstrom, den das Gerät mehrfach abschalten kann und danach voll funktionsfähig bleibt. Es gilt stets I_cs ≤ I_cu, und der Hersteller gibt I_cs als Prozentsatz von I_cu an (25/50/75/100 %); bei hochwertigen modernen Leistungsschaltern ist I_cs oft = 100 % I_cu. Faustregel für die Auswahl: Der prospektive Kurzschlussstrom am Einbauort darf I_cu nicht überschreiten; wenn die Anlage nach einem Kurzschluss ohne Reparatur weiterbetrieben werden soll (wichtige Anlagenteile), orientieren Sie sich an I_cs. Verwechseln Sie I_cu nicht mit I_cw – letzteres betrifft die Kurzzeitstromfestigkeit für Selektivität, nicht das Ausschaltvermögen.